Make oder n8n? Kostenrechnung mit Credits und Executions, Hosting, Lizenz und KI
Make rechnet jede Modulaktion als Credit ab, n8n jeden kompletten Workflow-Lauf als eine Execution. Viele kurze Läufe mit wenig Daten sind deshalb bei Make günstig, Schleifen über Hunderte Datensätze bei n8n. Wer Daten im eigenen Haus halten will, kann n8n selbst betreiben, aber nur für eigene interne Zwecke.
Die meisten Vergleiche enden bei „Make für No-Code, n8n für Entwickler“. Für die Entscheidung im Unternehmen reicht das nicht. Wichtiger ist, wie beide Tools zählen, wo deine Daten liegen und was du beim Selbstbetrieb darfst. Alle Preise und Zitate unten stammen von den Herstellerseiten, Stand 6. Oktober 2026.
Was ist der wichtigste Unterschied zwischen Make und n8n?
Der wichtigste Unterschied ist die Abrechnungseinheit. Make zählt jeden einzelnen Schritt, n8n zählt den ganzen Durchlauf.
- Make rechnet in Credits. Laut Preisseite zählt jede Modulaktion, etwa eine neue Zeile in Google Sheets oder das Abrufen von Gmail-Daten, als ein Credit. Ein Modul ist ein Baustein im Szenario (so heißt ein Workflow bei Make). Credits haben laut Make-Hilfe die frühere Einheit „Operations“ abgelöst; für normale Apps gilt weiter: eine Operation entspricht einem Credit.
- n8n rechnet in Executions. Laut Preisseite ist eine Execution ein einzelner Lauf des gesamten Workflows, egal wie viele Schritte er hat und wie viele Daten er verarbeitet.
Daraus folgt eine einfache Faustformel für Make: Credits pro Monat ≈ Läufe × (1 für den Trigger + Module nach dem Trigger × Datensätze pro Lauf). Der Trigger ist der Startbaustein, der den Lauf auslöst, er zählt pro Lauf einmal. Bei n8n zählen nur die Läufe.
Was kostet n8n, was kostet Make 2026?
Beide starten im niedrigen zweistelligen Bereich, aber für unterschiedliche Mengen.
| Make | n8n Cloud | |
|---|---|---|
| Kostenlos | Free: bis 1.000 Credits, 2 aktive Szenarien, alle 15 Minuten | Community Edition zum Selbstbetrieb |
| Einstieg | Core: ab 9 US-Dollar/Monat für 10.000 Credits | Starter: 20 €/Monat, 2.500 Executions |
| Mittelstufe | Pro: ab 16 US-Dollar/Monat für 10.000 Credits | Pro: 50 €/Monat, 10.000 Executions |
| Teams | Teams: ab 29 US-Dollar/Monat für 10.000 Credits | Business: 667 €/Monat, 40.000 Executions, nur selbst gehostet |
| Rabatt bei Jahreszahlung | „15 % oder mehr“, die Seite weist nicht aus, für welche Zahlweise die Preise oben gelten | 17 %, Euro-Preise oben gelten bei jährlicher Abrechnung |
| Nutzer und Workflows | aktive Szenarien ab Core unbegrenzt | alle Pläne: unbegrenzte Nutzer und Workflows |
Quellen: Make-Preise, n8n-Preise. Die Make-Preise sind Ab-Preise laut Preisseite, Stand 6. Oktober 2026, je nach Zahlweise. Make bietet über einen Regler größere Credit-Pakete an. Den Preis dafür zeigt die Seite erst bei der Auswahl, deshalb rechnest du deinen Bedarf am besten zuerst aus und schaust dann nach.
Wie rechne ich meinen Workflow um?
Zähle Module und Datensätze pro Lauf, dann ist das Ergebnis klar. Zwei typische Fälle:
Fall 1: Lead aus dem Website-Formular ins CRM. Pro Anfrage läuft der Workflow einmal: Formular empfangen, Daten prüfen, Firma anreichern, Kontakt im CRM anlegen, Vertrieb benachrichtigen, Bestätigung senden. Das sind sechs Module. Bei 1.500 Anfragen im Monat:
- Make: 1.500 × 6 = 9.000 Credits, passt in Core mit 10.000 Credits
- n8n: 1.500 Executions, passt in Starter mit 2.500
Hier ist Make günstiger, bei beiden Zahlweisen: Selbst wenn die 9 US-Dollar schon den Rabatt für jährliche Zahlung enthalten, bleibt Core auch monatlich bezahlt deutlich unter den 20 € von n8n Starter.
Fall 2: Nächtlicher Abgleich. Einmal pro Nacht liest ein Workflow 200 Artikel aus dem Warenwirtschaftssystem und schickt jeden durch vier Module: umrechnen, prüfen, im Shop aktualisieren, protokollieren.
- Make: 200 × 4 = 800 Credits pro Nacht plus Trigger, bei 30 Nächten rund 24.000 Credits im Monat plus Trigger. Das ist mehr als das Doppelte des 10.000er-Pakets.
- n8n: 30 Executions im Monat, Starter ist kaum angekratzt
Hier liegt n8n klar vorn, und der Abstand wächst mit jedem Datensatz. Wer mit Make einen Abgleich baut, der unbemerkt von 200 auf 2.000 Datensätze wächst, sieht das erst an der Credit-Anzeige, im schlimmsten Fall dann, wenn das Kontingent leer ist.
Was kosten KI-Schritte in Make und n8n?
KI-Schritte machen die Rechnung bei Make variabel. Laut Make-Hilfe zu Credits gilt:
- Nutzt du Makes eigenen KI-Anbieter, richten sich die Credits nach Tokens (Texteinheiten, die das Modell liest und schreibt) und Operationen.
- Verbindest du dein eigenes Konto bei OpenAI, Anthropic (Claude) oder Google (Gemini), zahlst du Make nur die Operationen. Die Tokens rechnet der KI-Anbieter separat ab.
Bei n8n bleibt ein KI-Schritt innerhalb einer Execution. Die Modellkosten zahlst du über deinen API-Schlüssel beim Anbieter. Laut Preisseite enthält Starter zusätzlich 1.600 Credits für den eingebauten Assistenten.
Unsere Einschätzung: Bei KI-lastigen Szenarien in Make lieber die eigene API-Verbindung nehmen. Dann siehst du die Modellkosten getrennt beim Anbieter und die Credit-Rechnung bleibt planbar.
Wo liegen meine Daten?
Bei n8n Cloud liegen sie in Frankfurt, bei Make in der EU oder Nordamerika.
- n8n schreibt auf der Preisseite, dass Daten gehosteter Pläne in der EU gespeichert werden, auf Servern in Frankfurt.
- Make nennt als Hosting „AWS (EU/North America)“. Kläre, in welcher Region deine Organisation liegt, und dokumentiere das im Verzeichnis deiner Verarbeitungstätigkeiten.
- n8n kannst du zusätzlich komplett selbst betreiben, auf eigenem Server oder bei einem deutschen Hoster. Make gibt es nur als Cloud.
Wichtig: Der Hosting-Ort allein macht noch keinen datenschutzkonformen Workflow. Auftragsverarbeitungsvertrag, Datensparsamkeit und die angebundenen Dienste gehören dazu. Das ist keine Rechtsberatung, im Zweifel klärt das dein Datenschutzbeauftragter.
Darf ich n8n kostenlos selbst hosten?
Ja, für eigene interne Zwecke. Nicht als bezahlten Dienst für andere. Die Community Edition steht unter der Sustainable Use License. Sie erlaubt Nutzung und Änderung nur für eigene interne Geschäftszwecke oder für nicht kommerzielle und private Nutzung. Weitergeben darfst du die Software nur kostenlos und für nicht kommerzielle Zwecke. Dateien mit „.ee.“ im Namen fallen gar nicht darunter, sie brauchen eine Enterprise-Lizenz.
Was heißt das konkret?
- Erlaubt: Ihr betreibt n8n auf eurem Server und automatisiert eure eigenen Abläufe, etwa Rechnungsablage, Lead-Routing, Berichte.
- Prüfen: Ein Dienstleister richtet Workflows in eurer eigenen n8n-Instanz ein. Nach unserem Verständnis bleibt das eure interne Nutzung, weil die Instanz euch gehört.
- Nicht abgedeckt: Ein Anbieter hostet n8n und verkauft den Zugang oder baut es in ein kostenpflichtiges Produkt für Kunden ein. Dafür braucht es eine Vereinbarung mit n8n.
Und „kostenlos“ heißt nicht gratis: Server, Updates, Backups und Überwachung kosten Zeit. Wer niemanden hat, der sich darum kümmert, ist mit der Cloud-Version besser bedient.
Wann Make, wann n8n?
Die Antwort hängt an drei Fragen: Wie viele Datensätze pro Lauf, wer pflegt das, und wo müssen die Daten liegen?
| Situation | Unsere Empfehlung |
|---|---|
| Viele kurze Abläufe mit je einem Datensatz (Formular, Mail, Lead) | Make |
| Abgleiche, Importe, Schleifen über Hunderte Datensätze | n8n |
| Fachabteilung soll selbst bauen, kein Entwickler im Haus | Make |
| Daten sollen den eigenen Server nicht verlassen | n8n selbst gehostet |
| KI-Agenten mit vielen Schritten und eigenen Modellen | n8n |
| Schnell starten mit wenig Budget und kleinem Volumen | Make Free oder Core |
Unsere Einschätzung: Für den Mittelstand ist selten ein Tool für alles richtig. Wir bauen Lead-Strecken oft in Make, weil Marketing sie dort selbst lesen und anpassen kann, und schwere Datenabgleiche in n8n. Wichtig ist nur, dass jeder Prozess genau an einer Stelle lebt und nicht doppelt.
Was heißt das für dich?
Bevor du ein Abo abschließt, mach die Rechnung mit deinen echten Zahlen:
- Liste deine drei wichtigsten Abläufe auf.
- Schreib zu jedem auf: Läufe pro Monat, Module pro Lauf, Datensätze pro Lauf.
- Rechne Make: Läufe × (1 für den Trigger + Module × Datensätze). Rechne n8n: nur die Läufe.
- Schlag 30 bis 50 Prozent Puffer auf, denn Datenmengen wachsen.
- Kläre, wo die Daten liegen dürfen und wer das System pflegt.
Du nutzt HubSpot? Dann lies vorher, was sich bei den HubSpot Private Apps ändert, denn das betrifft Make und n8n gleichermaßen. Wenn du die Rechnung lieber mit uns machst: Wir setzen KI-Automatisierung mit Make und n8n um und sagen dir vorher ehrlich, welches Tool für deinen Prozess günstiger ist. Schreib uns.
Häufige Fragen
Wie oft darf ein Make-Szenario im Free-Plan laufen?
Im Free-Plan laufen geplante Szenarien höchstens alle 15 Minuten, ab Core jede Minute. Für zeitkritische Abläufe wie Lead-Benachrichtigungen reicht Free deshalb meist nicht.
Was bedeuten die gleichzeitigen Ausführungen bei n8n?
Das ist die Zahl der Workflow-Läufe, die parallel arbeiten dürfen: bei Starter 5, bei Pro bis zu 50. Kommen viele Webhooks gleichzeitig an, etwa nach einem Newsletter, wird diese Grenze schnell relevant.
Brauche ich für n8n Programmierkenntnisse?
Für einfache Workflows nicht, n8n arbeitet ebenfalls mit visuellen Bausteinen. Für eigene Code-Schritte, Selbstbetrieb und Updates hilft technisches Wissen deutlich.
Wie lange kann ich vergangene Läufe nachvollziehen?
Laut den Preisseiten speichert n8n Cloud Ausführungen bei Starter 7 Tage und bei Pro 30 Tage. Make bewahrt Ausführungsprotokolle im Pro-Plan 30 Tage auf, im Enterprise-Plan 60 Tage.
Was kostet n8n selbst gehostet?
Die Lizenz der Community Edition kostet nichts, solange du n8n für eigene interne Zwecke nutzt. Bezahlen musst du trotzdem: den Server, auf dem n8n läuft, und die Zeit für Updates, Backups und Überwachung. Brauchst du die Funktionen des Business-Plans, kostet er laut Preisseite 667 €/Monat bei jährlicher Abrechnung und ist nur für selbst gehostete Instanzen erhältlich.
Quellen
Schreib uns, was du vorhast. Innerhalb von 24 Stunden bekommst du eine ehrliche Einschätzung.
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